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In den letzten Wochen wurde auf Andro die heilige Botschaft des seeligen Gemüses immer wieder hinausgeschrien, in der Hoffnung, dass der unwürdige Hantelschwinger dort draußen die Kunde hören würde und bereit wäre, für etwas Farbe auf seinem Teller zu sorgen.

Machen wir uns nichts vor, die meisten von uns neigen dazu, zu wenig Gemüse zu essen. Sei es aus Faulheit, aus Ignoranz oder der einfachen Tatsache, dass man froh ist, überhaupt das Wasser für den Reis zum Kochen zu bringen. Wie zum Geier soll man dann erst Gemüse zubereiten?

Nun, auch wenn es an dieser Stelle keinen Schnellkurs in Paprika schnetzeln oder Brokkoli blanchieren geben soll, soll zumindest ein kleiner Leitfaden gegeben werden, wie der Einzelne einfach, schnell und selbstkritisch seinen eigenen Gemüsekonsum kontrollieren kann.

Gemüse ist mehr als ein Tellerfüller oder Fleisch-Platz-Wegnehmer. Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe sind Bestandteile unserer Nahrung, die neben dem Makrostoffenverhältnis in keiner Weise vergessen werden sollten. Und so schreibt die DGE – man mag von ihr halten, was man möchte – auf ihrer Homepage ganz richtig:
    "Weder Nahrungsergänzungsmittel mit einzelnen oder Gemischen von verschiedenen sekundären Pflanzenstoffen noch Nahrungsergänzungsmittel aus Gemüse- und Obstextrakten sind eine Alternative zum täglichen Verzehr von 5 Portionen Gemüse und Obst in roher und erhitzter Form. Das bedeutet konkret: 3 Portionen bzw. 400 g Gemüse pro Tag und 2 Portionen bzw. 250 g Obst."
Wer die Zahl 400g im ersten Augenblick für viel hält, kann sich ja mal 400g Brokkoli, Kidneybohnen, Kartoffeln, Möhren, Spinat, Grünkohl, Paprika oder was auch immer man möchte auf den Teller legen. Auf einen Tag verteilt, sollte diese Menge für den ambitionierten und meist hungrigen Sportler mit Leichtigkeit inhalierbar sein.

Wer meine Artikel kennt, weiß zudem, dass ich ein eiserner Verfechter der Maßgeschneiderten Ernährung bin und es nicht müde werde, Berardis Kundschaft prophetenhaft in die Welt zu tragen. Ob der Gegenüber es will oder nicht. Und wer sich jetzt noch an die Regeln der Maßgeschneiderten Ernährung und vor allem weiteren Ausarbeitungen von mir erinnert, wird sich ins Gedächtnis rufen, dass ich sogar mindestens 4 Portionen Gemüse pro Tag empfehle. Wenn mehr möglich sind, dann sollte man diese Chance beim Schopf packen und natürlich noch öfter Gemüse essen.

Neben den vielfältigen gesundheitlichen Vorteilen, die den Leser vielleicht so sehr interessieren werden, wie die einstigen Hodenkrebsprobleme von Lance Armstrong, bietet Gemüse auch außerhalb einer Diät, in der es die Sättigung unterstützen kann, eine Vielzahl an Vorteilen. Der interessanteste ist dabei vermutlich die geschmackliche Abwechslung, die jedes Stück Fleisch oder simple Omelett zu einem abwechslungsreiche kulinarischen Hochgenuss machen können. preview

Doch das alleinige Vertilgen von 4 Portionen Gemüse am Tag machen noch nicht den Unterschied, wenn diese Portionen aus 4 mal 100g Gurke oder 4 mal 100g Zwiebeln bestehen. Gerade durch eine Vielfalt in der Auswahl lassen sich die vielseitigen Vorteile verschiedener Gemüsesorten nutzen. Um es für den kurz angebundenen Leser nicht zu kompliziert werden zu lassen und die Lösung auf dem Silbertablett zu präsentieren, sollte versucht werden die 3-Farbenregel einzuhalten.

Diese habe ich zur Erläuterung für Laien im Alltag eingeführt, um große Erklärungen zu vermeiden und dennoch dem Gegenüber eine kritische Selbstüberprüfung zu ermöglichen. Wie der Name vermuten lässt, besagt diese Regel ganz einfach , dass man bei seinem Gemüsekonsum mindestens drei Farben am Tag zu sich nehmen sollte. Ob gelb-orange (Möhren, gelbe Paprika, Mais, Kartoffeln), rot (rote Paprika, Tomaten), grün (Brokkoli, Spinat, Grünkohl), bunt (Kaisergemüse), weiß (Weißkohl, Blumenkohl, weiße Zwiebeln), lila (Kidneybohnen, Auberginen, rote Zwiebeln) oder sonst eine Farbe. Der Auswahl sind praktisch keine Grenzen gesetzt.

Um die Frage also zu beantworten, sollte nicht nur auf die Menge des Gemüses geachtet werden, sondern auch auf eine vielfältige Auswahl jeden Tag aufs Neue.