In Sportarten, in welchen man weniger als 0,25-0,3s Zeit hat seine Kraft zu entfallten, ist die Verringerung des Explosivkraftdefizits (ESD von Explosiv Strength Deficit) von deutlich größerem Nutzen als das Training der Maximalkraft (Stichwort: Hillsche Kurve).
“Excessive maximum strength training can impair speed-strength and technical skill in boxers.” Verkhoshansky, Y.V. (1986) Fundamentals of Special Strength-Training in Sport.
Das Explosivkraftdefizit zu verringern keine Sache allgemeinen Schnellkrafttrainings.
Erstens verbessert Bankdrücken nicht die Schnellkraft oder die Explosivkraft. Man verbessert sich in der Fähigkeit "Bankdrücken" und andere Fähigkeiten, beispielsweise ein Boxstoß, sind bloß ähnlich genug, dass motorische Programme, die beim Bankdrücken verbessert wurden, auch beim Stoß eingesetzt werden können. Es gibt also nur zufällige Überschneidungen, die man nutzt.
Daher ist es wichtig zu variieren, denn umso mehr man die Fähigkeit "Bankdrücken" trainiert, desto geringer wird der Effekt auf den Stoß. Logischerweise, denn die Überscheidungen bleiben gleich. Also verbessert Bankdrücken nur bestimmte Teile des Stoßes. Wenn ich aber variiere und andere Druckübungen übe, werde ich gleichmäßiger bestimmte Teile des Boxstoßes verbessern und der Gesamtgewinn für den Boxstoß wird größer.
So ist das alleinige üben von einer frontalen Druckübungen nicht effektiv.
Zweitens kommt es auf die Spezifik an:
Last eins hat den grünen Effekt, während Last zwei entsprechend den roten hat.
Ein explosives Training mit einem bestimmten Widerstand veringert auch das Explosivkraftdefizit in der bestimmten Übung (s.o.) und nur in seinem Bereich der hillschen Kurve.
Je mehr man aber das Defizit verringert, desto geringer wird der Fortschritt (Akkomodation). Also ist es wichtig auch in Bereichen um den Zielbereich herum zu trainieren und langfristig in jedem Bereich. Dabei setzt man natürlich den Schwerpunkt auf den benötigten Widerstand.
Beim Boxen ist der Widerstand den es zu überwinden gilt anfänglich sehr gering. Er besteht nur in der Körpermasse der bewegten Glieder in Kraftwirkung der schlagenden Seite und gegen Kraftrichtung der nichtschlagenden Seite (Körperrotation --> Hüfteinsatz). Also ist das trainieren mit geringen Lasten boxähnlicher, also sollte dies auch der Schwerpunkt sein.
Andererseits wird der Widerstand schlagartig größer, wenn man den Gegner trifft. Also gewinnt das Training mit höheren Lasten für die Schlagkraft an Bedeutung.
Also kann man zusammenfassend sagen, dass Variation, Spezifik (Boxen ähnelt dem Kugelstoßen ziemlich ) und das Last-/Geschwindigkeitverhältnis gleichermaßen ihre Berücksichtigung finden sollten.
Gruß
Wursti