Ein Artikel von Andersenchiro.com
von G. Douglas Andersen, DC, DACBSP,CCN

Vorwort des Übersetzers:
Auch wenn die hier zitierte Studie nicht viel mit dem Bodybuilding direkt zu tun hat, finde ich sie doch sehr interessant, da sie zeigt, wie schlecht zuckerhaltige Getränke sind, wenn man versucht sein Gewicht zu halten oder abzunehmen. Wem das bereits klar war, der wird von den Ergebnissen überrascht sein, die zeigen, dass zuckerhaltige Getränke bezüglich des Aufbaus von Übergewicht noch schlimmer sind als Süßigkeiten.
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Diese Studie verglich die Auswirkungen von drei Dosen eines zuckerhaltigen Softdrinks wie Cola oder Fanta mit denen einer Tüte Jellybeans (eine Art kleine Kaubonbons, die vom Nährwert her eigentlich auch reiner Zucker sind) wobei der Kaloriengehalt von beiden Alternativen identisch war. Interessanterweise resultierte nur eines von beiden nach 30 Tagen in einer Zunahme an Körpergewicht.

In Amerika und anderen westlichen Ländern stellt zunehmendes Übergewicht ein sich immer weiter verschlimmerndes Problem dar. Es ist bekannt, dass viele Menschen die Menge der Kalorien, die sie zu sich nehmen, unterschätzen, was wahrscheinlich teilweise damit erklärt werden kann, wie wir mit Energie in flüssiger Form umgehen. In Amerika ist der Konsum zuckerhaltiger Erfrischungsgetränke seit 1978 um 40 % gestiegen und auch der Fruchtsaftkonsum hat um 22 % zugenommen. Fruchtsaftzubereitungen (kohlensäurefreies Zuckerwasser mit einer geringen Menge Fruchtsaft), gesüßte Tees und Eistees sowie kalorienreiche Kaffeezubereitungen (Starbucks lässt grüßen) sind neue Quellen flüssiger Energie, die seit 1990 stark an Beliebtheit zugenommen haben. Auch der Verkauf von Sportgetränken ist im selben Zeitraum deutlich angestiegen.

Die Jellybeans und Softdrink Studie

15 Probanden (sieben Männer und acht Frauen) wurden für eine Crossover Studie (Überkreuz Studie, bei dem beide Testszenarien an jedem Probanden getestet werden) in zwei Gruppen eingeteilt(2). Für eine Dauer von vier Wochen bekam Gruppe 1 pro Tag 450 Kalorien in Form von Jellybeans, ohne dass weitere Ernährungseinschränkungen gemacht wurden. Nach einem Monat wurden die Testszenarien umgekehrt und es wurden jetzt 450 Kalorien in Form von zuckerhaltigen Erfrischungsgetränken anstatt durch Jellybeans zugeführt. Die zweite Gruppe befolgte dasselbe Szenario in umgekehrter Reihenfolge. Vor Beginn der Studie mussten alle Teilnehmer mehrere Fragebögen ausfüllen, anhand der die durchschnittliche normale Kalorienzufuhr und Nährstoffaufteilung dieser Personen bestimmt wurden.

Das Ergebnis

Bei beiden Gruppen war die Anzahl der verzehrten Kalorien während der Jellybeanphase ungefähr identisch mit der vor der Studie ermittelten durchschnittlichen täglichen Kalorienzufuhr. Dies bedeutet, dass die Teilnehmer der Studie unterbewusst die über die restliche Ernährung zugeführten Kalorien um etwa die selbe Menge reduziert hatten, die durch die Jellybeans zugeführt wurde.

Wenn im Gegensatz hierzu die Ernährung während der Softdrink Phase untersucht wurde, zeigte sich, dass die über die restliche Nahrung zugeführte Energie nicht reduziert wurde. Es kam also nicht zu einem Ausgleich für die über die Erfrischungsgetränke zugeführten Kalorien. Bei beiden Gruppen stiegen während der Zufuhr der 450 Softdrink Kalorien sowohl Körpergewicht als auch Bodymass Index (BMI). Hierbei gab es keinen Unterschied zwischen den Geschlechtern. Diese Ergebnisse stimmen mit denen einer Metastudie überein, welche 42 Studien untersucht hatte und zeigte, dass die kompensatorische Reaktion auf die Zufuhr von Kalorien in flüssiger Form nur ein Drittel von der auf die Zufuhr fester Nahrung ausmachte (3). Mit anderen Worten ausgedrückt, wirkt sich das Trinken von Kalorien nicht auf dieselbe Art und Weise auf unsere Sättigung aus, wie das Essen von Kalorien.

Ein anderes interessantes Ergebnis der Studie war die Quelle der Kalorien, die als Kompensation für die zusätzlich zugeführten Kalorien verwendet wurden. Wenn die zusätzlichen Kalorien in Form von Jellybeans zugeführt wurden, kam es zu einer gleichmäßigen Reduktion der Protein-, Fett- und Kohlenhydratkalorien der restlichen Ernährung. Wenn die zusätzlichen Kalorien jedoch statt in Form von Jellybeans in Form von zuckerhaltigen Erfrischungsgetränken zugeführt wurden, stiegen sowohl die Menge der durch Fett als auch durch Protein zugeführten Kalorien der restlichen Ernährung im Vergleich zu den Ausgangswerten vor der Studie. In dieser Studie verursachte die Zufuhr von Kalorien in flüssiger Form eine Verschiebung der Nahrungsauswahl in Richtung Fett und Protein. Dieses Ergebnis bezüglich der gesteigerten Fett- und Proteinzufuhr stimmt mit ähnlichen Beobachtungen überein, die gemacht werden konnten, wenn statt zuckerhaltiger Getränke Saft oder Bier konsumiert wurden.

Kommentar

Diese Studie bestätigt, was viele Gesundheitsexperten und Mediziner schon wussten oder zumindest vermuteten: Es ist leicht an Gewicht zuzunehmen, wenn man Kalorien in flüssiger Form konsumiert. Sie unterstützt weiterhin all diejenigen, die der Meinung sind, dass die Probleme mit dem Übergewicht auf der Gesamtkalorienzufuhr beruhen und nicht nur auf der zugeführten Kohlenhydratmenge.

Doctor Andersens Tips bezüglich flüssiger Kalorien

  • Das einzige, was man wie Wasser trinken sollte, ist Wasser
  • Man sollte sein Obst nicht trinken, sondern essen
  • Alkohol enthält viele Kalorien und sollte nur in moderaten Mengen konsumiert werden
  • Zuckerhaltige Erfrischungsgetränke, Fruchtsaftgetränke, gesüßter Tee und Kaffee sollten nicht als Getränke, sondern als Nachtisch angesehen werden und auch dementsprechend konsumiert werden
  • Wenn man Energie in flüssiger Form (Erfrischungsgetränke, Saft, Kaffee) zu sich nimmt, sollte man:
    • Immer die kleinste Portionsgröße bestellen.
    • Das kostenlose Nachfüllen nicht ausnutzen.
    • Bei kalten Getränken immer extra viel Eis verlangen. Zwei Gläser bestellen und die Flasche mit einem Freund teilen.




Quellen

  1. Beverage Digest Company. Fact Book 1998. Bedford Hill, NY. 1998.
  2. DiMeglio DP, Mattes RD. Liquid versus solid carbohydrates: effects on food intake and body weight, International Journal of Obesity, 2000: 24;794-800.
  3. Mattes RD. Dietary compensation by humans for supplemental energy provided as ethanol or carbohydrates in fluids. Physiol. Behav, 1996:59;179-187.
  4. DeCastro JM. The effects of spontaneous ingestion of particular foods or beverages on meal patterns and overall intake of humans, Physiol. Behav. 1993: 53;1133-1144.