Der Citratzyklus: das Ziel von Acetyl-CoA
In den bisherigen Artikeln endete die Verstoffwechselung von ► Kohlenhydraten, ► Fetten und ► Protein immer bei Acetyl-CoA.
Das Acetyl-CoA landet auf seinem weiteren Weg der Verstoffwechselung letztendlich im Citratzyklus, wobei Aminosäuren, wie wir im ► letzten Teil gelernt hatten, zum Teil auch zu Zwischenprodukten des Citratzyklus abgebaut werden.
Wir erinnern uns:
- Beim Abbau von Kohlenhydraten entsteht Acetyl-CoA aus Pyruvat,
- Fettsäuren werden im Rahmen der β-Oxidation zu Acetyl-CoA umgewandelt und
- Aminosäuren (wenn sie keine Zwischenprodukte werden) direkt zu Acetyl-CoA oder über den Umweg Pyruvat.
Der Citratzyklus, und damit die wichtigste Form der Energielieferung, findet nur in den Mitochondrien statt!
Dies wollen wir uns im Folgenden anschauen.
Bereits in ► Teil 9 lernten wir, dass überschüssiges Acetyl-CoA zwar nicht zu Kohlenhydraten zurückgewandelt werden kann, der Körper aber dazu in der Lage ist, daraus Fettsäuren zu speichern. Der biochemische Hintergrund der trivialen Feststellung, dass zu viel Nahrungsenergie den Körperfettanteil ansteigen lässt.
Darüber hinaus kann der Körper aus Acetyl-CoA Ketonkörper und Cholesterin herstellen, was jedoch nur der Vollständigkeit wegen an dieser Stelle noch erwähnt sein soll.
Der Ablauf kann jedoch auch stark vereinfacht in zwei Phasen unterschieden werden:
- Phase 1: Der Abbau des Citrats (das aus Acetyl-CoA den Anfang des Citratzyklus darstellt) zu Succinat (Schritt 5 in der Grafik), wobei zwei Moleküle CO2 entstehen.
- Phase 2: Die Wiederherstellung von Oxalacetat aus Succinat, damit der Kreislauf von vorne beginnen kann.

Konzentrieren wir uns also darauf, worum es letztendlich beim Citratzyklus geht: Acetyl-CoA wird in diesem Kreisprozess zu CO2, NADH/H+, FADH2 und GTP abgebaut. NADH/H+ und FADH2 dienen den Zellen zur Herstellung von ATP. Pro Durchlauf des Citratzyklus können ca. 10 mol ATP synthetisiert werden.
Da die einzelnen Schritte auf Wikipedia und anderen Seiten zur Genüge ausführlich dargestellt werden und dies kein Biochemie-Fernkurs darstellen sollen, ersparen wir uns weitere Ausführungen.
Neben dem dargestellten Kreislauf kann die Zelle bei Bedarf Zwischenprodukte aus dem Citratzyklus abziehen und diese anders nutzen, wie die roten Pfeile in der oberen Grafik symbolisieren:
- Aus α-Ketoglutarat können Arginin, Prolin und Glutamin synthetisiert werden.
- Citrat dient der Fettsäuren- und Cholesterin-Synthese
- Malat kann zur Gluconeogenese genutzt werden.
- Aus Oxaloacetat können die Aminosäuren Aspartat und Asparagin synthetisiert werden.
Sind diese vorhanden, werden die Enzyme gehemmt.
Zusammenfassung
Das waren die grundlegenden Informationen zum Citratzyklus, der auf den ersten Blick immer wieder verwirrend und unübersichtlich aussieht. Für uns sollte der Zyklus mehr wie eine Zusammenführung der Fäden verstanden werden, die für die Energiegewinnung aus Kohlenhydraten, Fetten und Eiweiß stehen.Was sollten wir also aus diesem Teil mitnehmen?
- Alle Energieträger werden im Rahmen der Energiegewinnung zu Acetyl-CoA abgebaut.
- Im Citratzyklus werden aus Acetyl-CoA die Grundlagen für die ATP-Synthese gewonnen.
- Die einzelnen Zwischenprodukte des Citratzyklus können zur Synthese von Aminosäuren, Glukose, Fett und Cholesterin genutzt werden.
Wie geht es weiter? Wünsche können geäußert werden. Lasst Euch ansonsten überraschen. Aber auch Feedback ist gerne gewünscht, ob weitere Informationsaufarbeitung in dieser Form von Seiten der Userschaft gewünscht ist. Gebt dem Artikel 5 Sterne, liked ihn oder melde euch einfach mal im Thread zu Wort, damit wir einschätzen können, ob die Serie zur Biochemie strukturiert fortgeführt werden soll.
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Quellen
- Horn, Florian (2012): Biochemie des Menschen. Das Lehrbuch für das Medizinstudium. Thieme Verlag: Stuttgart.
- Rassow, Joachim / Hauser, Karin / Netzker, Roland / Deutzmann, Rainer (2012): Biochemie. Thieme Verlag: Stuttgart.