Ein Artikel von Bodybuilding.com
von Dave Draper

Die Zeit für mich ist gekommen, um in profaner Einfachheit die wichtige Bedeutung der Schlüsselhormone des Körpers und ihre Rolle bei der Energieversorgung, der Fetteinlagerung, des Muskelaufbaus und bei Erkrankungen zu beschreiben. preview

Das durchpflügen von Stapeln wissenschaftlicher Untersuchungen, das Durchstöbern meiner eigenen Muskelaufbauerinnerungen und das Zusammentragen von Informationen, die dem Leser (und mir) dabei helfen können, die komplizierte Welt der Hormone zu respektieren und zu verstehen, war kein Zuckerschlecken.

Die Fakten, Biochemie, Sequenzen von Hormon- und Enzymaktivitäten und ihr Zusammenspiel mit Nährstoffen in den Körpern gesunder und kranker Männer und Frauen können, auch wenn die Zusammenhänge durchaus logisch und sachdienlich sind, verwirrend sein, wenn man sie in einem Artikel präsentieren möchte, der klar und inspirierend sein soll. Weiterhin treten Schwierigkeiten auf, wenn der Leser kein Medizinstudent ist, sondern einfach jemand, der daran interessiert ist in Form zu kommen.

Hormone, deren Anzahl sehr groß ist und die ein kompliziertes miteinander verbundenes System darstellen, werden von Wissenschaftlern als die wirkungsvollsten Botenstoffe des Körpers angesehen, die fast die gesamten chemischen Aktivitäten des Körpers steuern. Ihr Machwerk spiegelt sich in der Speicherung und Verteilung überschüssigen Körperfettes, der Dichte und Kraft der Muskulatur, den Energiespiegeln und dem Sexualtrieb sowie den Symptomen des Alterns wieder.

Die Nahrungsmittel, die wir verzehren, werden sofort von diesen faszinierenden Arbeitern begleitet und diese können uns sowohl auf positive als auch auf negative Art und Weise dienen. Wir können die Aktivität der Hormone bis zu einem gewissen Grad kontrollieren und so ihren Einfluss auf unsere Gesundheit und Langlebigkeit optimieren.

Fünf Hormone

Die fünf Hormone, die ich ausgewählt habe um ein grobes Profil zu skizzieren, sind Wachstumshormone, Testosteron, Insulin, Glukagon und Kortisol.

Wachstumshormone

Wachstumshormone, welche in der Hirnanhangdrüse produziert werden, sind insbesondere am Muskelaufbau und der Anregung des Körpers zur Fettverbrennung beteiligt. Man sollte bedenken, dass jegliche Effizienz, die wir bezüglich Aufbau, Reparatur und Ersetzung von Muskelgewebe erreichen, auch eine Effizienz bei der Herauszögerung des Alterungsprozesses darstellt. Wachstumshormone wirken mit Insulin und Testosteron beim Muskelaufbauprozess zusammen.

Dieser Leben spendende Wirkstoff verbessert die Immunfunktion und hemmt frühe Stadien der Arteriosklerose sowie zahlreiche andere Symptome des Alterns. Unglücklicherweise nimmt die Produktion von Wachstumshormonen mit zunehmendem Alter ab. Wachstumshormone werden in den ersten Stunden des Tiefschlafes ausgeschüttet, wobei die Ausschüttung durch Training positiv beeinflusst wird.

Testosteron

Testosteron ist das männliche Superhormon, das zu einem großen Teil für die männliche Sexualität und die männlichen Charakteristika verantwortlich ist. Testosteron ist in geringeren Mengen auch bei Frauen vorhanden. Es spielt eine wichtige Rolle beim Muskelaufbau und der Fettverbrennung. Wie auch bei den Wachstumshormonen nimmt die Testosteronproduktion mit steigendem Alter ab.

Die Testosteronspiegel schwanken und können durch Training gesteigert werden, immer vorausgesetzt, dass es nicht zu einem Übertraining kommt und die folgenden Umgebungsvariablen im positiven Sinne kontrolliert werden:
  • Fitness
  • Ernährung & Ernährungsmuster
  • Ruhe
  • Schlaf
  • Emotionaler Stress

Insulin

Insulin ist ein Hormon, das von der Bauchspeicheldrüse produziert und ausgeschüttet wird und dessen primäre Aufgabe darin besteht Blutzucker oder Glukose (welche zum größten Teil aus Kohlenhydraten stammt) zum Zwecke der Energieversorgung in die Zellen zu transportieren. Insulin transportiert außerdem Aminosäuren in das Körpergewebe, wo diese ihre anabole Wirkung entfalten. Es ist kein Zufall, dass überschüssiges Insulin auch ein sehr wirkungsvoller Wirkstoff für die Fetteinlagerung ist.

Jede gegebene Person ist abhängig von folgenden Faktoren mehr oder weniger insulinresistent oder insulinsensitiv:
  • Übergewicht
  • Mangel an Sport
  • Exzessiver Zuckerkonsum
  • Unzureichende Fettzufuhr über die Nahrung
  • Emotionaler Stress
  • Genetische Veranlagung
Insulinresistenz wird schnell zu einem der medizinischen Hauptprobleme unserer Tage.

Wenn Kohlenhydrate in exzessiven Mengen konsumiert werden, ist der Insulinspiegel ständig erhöht und die Zellen passen sich mit der Zeit an das Insulin an und werden resistent gegenüber seiner Wirkung. Gleichzeitig muss das Insulin jedoch weiterhin seine Aufgabe erfüllen Zucker zum Zwecke der Energieversorgung in die Zellen zu transportieren und so den Blutzuckerspiegel zu senken.

Die dauerhafte und lang anhaltende Erhöhung der Insulin- und Glukosespiegel im Blutkreislauf verursacht ein Chaos im System. Eine verminderte Insulinaktivität behindert die Verbrennung von Zucker und leitet seine Speicherung als Fett ein.

Beschädigungen der Wände der Arterien führen zu Herz-Kreislauf Erkrankungen und eine Insulinresistenz könnte sehr wohl zum Einsetzen einer Altersdiabetes führen. An dieser Stelle soll angemerkt werden, dass Insulin und Wachstumshormone gegenseitig antagonistisch wirken.

Glukagon

Glukagon ist ein weiteres Sekret, welches von der Bauchspeicheldrüse ausgeschüttet wird, wobei seine Wirkung jedoch das genaue Gegenteil der Wirkung von Insulin darstellt. Glukagon wandelt Glykogen in Blutzucker um und Insulin konvertiert Blutzucker zu Glukogen. Glykogen ist unverwendete Glukose, welche in den Muskeln oder der Leber als Energiereserve gespeichert ist.

Vereinfacht erklärt bedeutet dies, dass man, wenn man die Reihenfolge der Ereignisse von der Aufnahme der Makronährstoffe bis zu ihrer aktiven Stelle im Blutkreislauf verfolgen würde, schließlich herausfinden würde, dass Insulin Fett speichert und Glukagon Fett mobilisiert oder verbrennt. Dies kann ein positiver und gesunder Prozess sein, falls die richtige Art, Qualität und Quantität der Nahrungszufuhr beachtet wird.

Ein zu sorgloser Umgang mit der Nahrungszufuhr kann folgendes bewirken:
  • Chaotische Blutzuckerspiegel
  • Heißhungerattacken
  • Fettaufbau
  • Muskelverlust
Starke Schwankungen des Blutzuckerspiegels werden oft von Stimmungsschwankungen und einem Mangel an Energie begleitet.

Kortisol

Während Wachstumshormone und Testosteron Hormone darstellen, die den Muskelaufbau (Anabolismus), ein längeres Leben, das Wohlbefinden, das Immunsystem, die Widerstandsfähigkeit, die Energie und die Fettverbrennung fördern, handelt es sich bei Kortisol um ein kataboles Hormon.

Es zerstört die Muskulatur und trägt zu ungewollten Fetteinlagerungen bei. Kortisol ist primär ein Produkt von realem oder eingebildetem Stress. Stress fördert seine Ausschüttung durch die Nebennierenrinde und überflutet unseren Körper 24 Stunden, 7 Tage die Woche damit.

Übertraining erhöht die Kortisolspiegel und ein Schlafmangel erleichtert seine destruktiven Aktionen, was dazu führt, dass Kortisol mit der anabolen Wirkung von Testosteron und Wachstumshormonen konkurriert und diese beeinträchtigt. Eine gute Ernährung, ausreichender Schlaf, ein gutes Stressmanagement und Training besiegen diesen Feind.

Schlussfolgerung

Dies war meine Destillation des Rohmaterials, welches uns in Form von zahllosen Bänden medizinischer Untersuchungen, die der Metamorphose des Menschen und seiner Krankheiten oder Gesundheit gewidmet sind, zur Verfügung steht.

Diese Hormone sind ein viel beschäftigter Haufen. Das letzte Dutzend schmerzhafter Absätze sollte zum Nachdenken, zum Einprägen und als Nachschlagewerk dienen, wenn die angesprochenen Begriffe in Artikeln oder Konversationen auftreten und um Erklärung betteln.

Meine Zusammenfassung der Aktivitäten, die der Fetteinlagerung, dem Muskelwachstum und den Hormonen zugrunde liegen, kann vielleicht etwas Licht in die dunklen Ecken bringen, in denen die Geheimnisse verborgen liegen.