Wenn es Oxandrolon ist, hier ein text aus dem Portal.
http://www.team-andro.com/oxandrolon-testosteron.html
Oxandrolon
Kommen wir nun zur zweiten Komponente, Oxandrolon. Oxandrolon ist ein 17alpha-alkyliertes orales AAS und wurde erstmalig 1961 (von Pappo und Young) synthetisiert. Schon damals wurde schnell klar, dass es sehr interessante Eigenschaften besitzt.
In ersten Tierversuchen (an Ratten) zeigte sich keine Wirkung auf Vesicula Seminalis und ventrale Prostata, sehr wohl aber eine deutliche Wirkung auf den Musculus Levator Ani.
Auf Deutsch bedeutet dies, dass man mit Oxandrolon einen neuen Wirkstoff entdeckt hatte, der ein äusserst geringes androgenes, aber ein sehr hohes anaboles Potential besitzt.
Man fand auch schnell heraus, dass Oxandrolon keine östrogenen, anti-östrogen, gestagenen oder anti-gestagenen Wirkungen hat. Und obwohl Oxandrolon 17alpha-alkyliert ist, liess sich nur eine geringe Toxizität zeigen.
Es folgten dann einige weitere Studien beim Menschen. Fox et al. untersuchten 1962 die anabole Wirkung anhand der Stickstoffretention (sie bestimmten dazu die Verminderung der Stickstoffausscheidung im Urin). Ergebnis ihrer Untersuchungen war, dass Oxandrolon pro mg 6,3 mal anaboler wirkt, als Methyltestosteron.
Zudem fanden sie heraus, dass Oxandrolon bis zu einer Dosierung von 40 mg/Tag keine Natrium-Retention bewirkt.
Das mit der fehlenden Natrium-Retention ist nicht unbedeutend, denn eine Natrium-Retention geht normalerweise auch mit einer Wasserretention einher. Und das bedeutet, dass man mit Oxandrolon eben kein Wasser zieht und stattdessen Muskulatur von guter Qualität aufbaut.
Oxandrolon kam dann bald bei Patienten aufgrund verschiedener Indikationen zum Einsatz. Und dann liess sich auch auch die Wirkung auf die Leber-Transaminasen genauer eingrenzen. Bei 10 mg/Tag über 4 Wochen zeigte sich eine leichte Erhöhung des GOT-Wertes (Glutamat-Oxalazetat-Transaminase, auch AST oder ASAT genannt). Bei der alkalischen Phosphatase (AP) und bei Bilirubin dagegen gab es keine Änderungen.
Also ein paar Nebenwirkungen schon, jedoch nichts Dramatisches.
1964 betrachteten Lennon und Saunders noch einmal das Verhältnis von anaboler zu androgener Wirkung und bestimmten dieses mit 3,22/0,24. Oxandrolon ist demnach mehr als 3 mal so anabol wie Methyltestosteron, beitzt aber nur ein Viertel von dessen androgener Wirkung. Also ähnlich wie bei Deca (3,29-4,92/0,31-0,41). Wenig androgen aber sehr anabol.
Werfen wir nun noch einen Blick auf neuere Erkenntnisse. Die gibt es seit Ende der 90er Jahre zu verschiedenen Themen im Zusammanhang mit Oxandrolon.
Die Effekte von dessen Verabreichung wurden untersucht in medizinischen Stufien bei HIV-Positiven, Patienten mit schweren Verbrennungen, Querschnittsgelähmten, bei älteren Männern, aber auch bei Kindern mit bestimmten Krankheitsbildern.
Leider gibt es keine Studie, die den Effekt von Oxandrolon bei gesunden jungen Männern betrachtet. Ich will daher ein paar Fakten aus den anderen Studien anführen.
Die (Doppelblind-)Studie mit den älteren Männern (Schroeder et al., 2002) war etwas gößer angelegt (32 Teilnehmer). Es wurden zwölf Wochen lang 20 mg/Tag verabreicht. Bei den Oxandrolon-Probanden wurden die folgenden Veränderungen nach den 12 Wochen festgestellt:
* Steigerung der LBM um 3,0 kg.
* Verminderung des Körperfettes um 1,9 kg
* Leberwerte:
o Bei GPT (auch ALT genannt) war eine deutliche Erhöhung um ca. 15 U/l erkennbar.
o GOT (AST) stieg leicht um 8 U/l.
o AP sank sogar um 24 U/l.
o Bilirubin blieb unverändert
* LH sank von 8,3 U/l auf 5,0 U/l
* Hämatokrit änderte sich nicht signifikant (sogar ein leichter Rückgang war festzustellen).
* Die Leistung im Bankdrücken stieg von 212 auf 233 Newton
Tja, demnach hat Oxandrolon die Altherrenriege ganz schön in Schwung gebracht ...
Es hat offensichtlich aufgrund der 17alpha-Alkylierung einen gewissen Einfluss auf die Leberwerte, der sich jedoch in Grenzen hält. Das liegt wahrscheinlich daran, dass Oxandrolon nur zu einem gewissen Teil von der Leber metabolisiert wird - 30 % werden unverändert mit dem Urin wieder ausgeschieden.
Im Gegensatz zu dem, was auf den Ami-Seiten immer behauptet wird, ist auch ein Einfluss auf den LH-Wert und damit auf die Achse vorhanden, doch fällt der Rückgang (im Vergleich zu anderen AAS) sehr moderat aus.
Man kann wohl sagen, dass Oxandrolon ein ausgeprägerte "Achsenschoner" ist.
17alpha-alkylierte DHT-Abkömmlinge sind gerne etwas gemein zu den Cholesterinwerten. Das gilt im besonderen für Stanozolol, aber z.B. auch für Oxymetholon.
Da auch Oxandrolon in diese Kategorie fällt, will ich noch kurz auf die Studie mit den Querschnittsgelähmten eingehen (Spungen et al., 1999). Die erhielten Oxandrolon ebenfalls mit 20 mg/Tag über vier Wochen.
* Die Leberwerte erhöhten sich leicht, wobei die Steigerung bei GPT wieder etwas deutlicher ausfiel
* Bei den Lipiden traten die folgenden Änderungen ein:
o Gesamtcholesterin änderte sich kaum - von 150 auf 156 mg/dl (normal: < 200)
o Triglyceride sanken von 97 auf 81 mg/dl
o LDL-c stieg von 89 auf 117 mg/dl (normal: < 130 mg/dl)
o HDL-c sank von 43 auf 23 mg/dl (normal: > 35 mg/dl)
Im Prinzip nichts Daramatisches, doch ist der Rückgang von HDL-c natürlich etwas unschön. Man muss bei diesen ganzen Cholesterin-Geschichten aber auch beachten, wie das Lipid-Risikoprofil berechnet wird. Die Formel dazu lautet nämlich:
Lipid-Risiko = (LDL-c/HDL-c)/(lp(a)/lp(b))
Das Risko steigt also mit steigendem LDL-c oder mit fallendem HDL-c (das spricht gegen Oxandrolon). Das Risiko sinkt aber auch mit fallendem lp(a). Und genau hier wirken AAS im allgemeinen in die positive Richtung - sie senken nämlich lp(a). Insofern geben die Messungen hier nur die halbe Wahrheit wieder. Das meinen dann auch die Autoren der Studie.
Bereits in den 60er Jahren hatten die Forscher herausgefunden, dass Oxandrolon sehr anabol, aber nur sehr wenig androgen wirkt.
An dieser Sicht der Dinge hat sich bis heute nichts geändert. Oxandrolon ist das einzige AAS, das man auch Kindern (männlichen und weiblichen Geschlechts) verabreicht. Das passiert bei Krankheiten wie dem Turner-Syndrom, der konstitutionellen Pubertätsverzögerung oder bei HIV.
Dosiert wird Oxandrolon dabei mit 0,1 mg/kg Körpergewicht. Ein Kind, das 25 kg wiegt, erhält also täglich eine 2,5 mg-Tablette. Virilisierende NWen oder gar ein Verschluß der Epiphysenfugen sind dabei noch nicht beobachtet worden.
Und auch bei Frauen scheint Oxandrolon sehr freundlich zu sein. Gelegentlich gehörten zu den Probanden diverser Oxandrolon-Studien auch Frauen, und selbst bei 20 mg/Tag haben sich keine virilisierenden NWen eingestellt.
Man sollte das allerdings etwas vorsichtig sehen, denn eine großangelegte Studie, an der nur Frauen teilgenommen hätten, gibt es m.W. nicht. Mehr als 10 mg/Tag würde ich einer Frau daher nicht empfehlen.
Zusammenfassend kann man also sagen, dass Oxandrolon in seinem Verhältnis von anaboler zu androgener Wirkung ganz ähnlich wie Deca daherkommt. Im Unterschied zu Deca belastet es jedoch die Achse viel weniger, und die Muskulatur gewinnt mehr an Qualität als an Quantität. Zusätzlicher Vorteil von Oxandrolon gegenüber Deca: Die Einnahme von Reduktasehemmern (also Finasterid oder Dutasterid) hat auf die geringe androgene Wirkung von Oxandrolon keinen Einfluss.
Die Kehrseite der Medaille sieht so aus, dass sich Leber- und Blutfettwerte etwas verschlechtern. Es empfiehlt sich daher, Dosis und Dauer der Anwendung moderat zu wählen.